Einfach magisch

veröffentlich am: 23.03.2012

Sie kennen das bestimmt auch. Jemand stellt ihnen eine vermeintlich harmlose Frage und verlangt eine Erklärung. Man denkt sich, ist doch einfach, beginnt zu erklären und merkt nach drei Worten, dass es irgendwie doch nicht so einfach ist.

 

Mir ist so etwas letzte Woche passiert, als ich bei meiner Schwester zu Besuch war. Meine kleine Nichte und ihre Freunde haben Zauberer gespielt und alle möglichen Sachen gemacht. Schließlich haben sie angefangen in der Küche „mit Magie“ das Licht an und aus zu machen in dem sie unauffällig den Lichtschalter betätigten. Nach ein paar Minuten meinte meine Schwester dann leicht genervt, dass sie schummeln würden und das ja gar keine richtige Magie sei (in der heimlichen Hoffnung die Kinder würden aufhören mit dem Schalter zu spielen). Doch, meinte ihre Tochter daraufhin, sie müsse ja nur ihr magisches Ritual machen (sprich den Schalter betätigen) und das Licht geht an.

Nein, so sei dass ja nicht, meinte ihre Mutter und bat mich als Akademiker den Kindern den Lichtschalter zu erklären, damit hoffentlich Ruhe wäre. Ich bin zwar kein Physiker aber ich dachte mir schon zu wissen wie ein Lichtschalter funktioniert. Ich fing also an mit dem Strom und den Drähten und wie der Schalter entweder Strom zur Lampe leite oder nicht. Schließlich meinte meine Nichte, das ihre „Zauber“ dasselbe mache, er befehle ihren Dämonen den Strom zur Lampe zu bringen. Ich hätte ihr immer noch nicht erklärt wie genau die Kabel und die Lampe funktionieren und wie man sie herstellt. Und ich musste zu geben, dass ich darauf keine Antwort hatte. Schlimmer noch ich musste feststellen, dass das gleiche für viele andere Haushaltsgeräte und Apparate galt, die ich tagtäglich benutzte. Zum Beispiel mein Telefon. Es scheint so dass wir zwar wissen wie wir viele dieser Geräte benutzten, aber keine Ahnung haben wie sie funktionieren. Und dann sind sie tatsächlich nicht anders als Magie. Man drückt den magischen Knopf und der Mixer macht Orangensaft. Eine magische Geste und der Fernseher zeigt ihnen Visionen von weitentfernten Orten (Vielleicht gehören sie sogar noch zu denen, die noch mit den mystischen Ritualen des richtigen Ausrichtens der Antenne vertraut sind um die arkanen Schwingungen zu empfangen). Hierzu fallen mir die Worte des berühmten Fantasy- und Science-Fiction-Autors Arthur C. Clarke ein: „ Jede hinreichend entwickelte Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden“, woraus er folgerte: „Jede Technologie, die sich von Magie unterscheidet, ist nicht ausreichend entwickelt.“ Wenn ich dies nun bedenke muss feststellen, dass wir in einer wirklichen magischen Welt leben, wo man nur die magische Geste oder dank Spracherkennung den richtigen Zauberspruch kennen muss, wenn etwas geschehen soll….oder? Lux fiat!


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